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Austausch des TFT-Fensters an einer Canon 5D
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An meiner Canon 5D habe ich irgendwie unbemerkt die Abdeckung vom TFT-Display zerbrochen. Da die Kamera sehr oft im Einsatz ist, war die Überlegung, das Glas selbst zu tauschen. Eine Frage im DSLR-Forum brachte zumindest die Info, dass der Tausch nicht besonders schwer sein soll. Nach einem vorsichtigen probeöffnen war klar, das ist wirklich nicht schwer zu tauschen. Da ich keine weiteren Infos dazu im Netz gefunden habe, stelle ich einfach meinen Reparaturvorgang hier als Info für Technikinteressierte zur Verfügung. Das hier ist keine Anleitung, wie ein professioneller Austauch vorzunehmen ist. Ich übernehme natürlich auch keine Gewähr dafür, dass es bei jedem anderen funktioniert und hafte natürlich auch nicht für etwaige Schäden, die jemand an einer Kamera verursacht, weil er meiner Bilderstrecke gefolgt ist.
So sah der schaden aus. Das darunterliegende Display war nicht beschädigt. Die Display-Schutzfolie, die ich immer verflucht hatte, hat sich aber bewährt und die Brocken zusammengehalten. So konnte zumindest vorsichtig weiterfotografiert werden.
Ich hatte, weil die Originalscheibe nicht sofort lieferbar war, eine Acryl-Protector-Scheibe zum Aufkleben gekauft, um evtl. die gebrochene Scheibe provisorisch zu schützen. Beim Vergleich viel mir auf, dass die Zubehörscheibe (rechts) von der Größe her identisch mit der Originalscheibe ist. Zur Not könnte man diese wohl einbauen. Ich habe sie hier nicht verwendet.
Öffnen der 5D:
Insgesamt müssen sechs Schräubchen gelöst werden. Neben dem Sucher gibt es zwei kleine Schräubchen.
An der Unterseite gibt es weitere zwei Schräubchen:
Rechts unter der Belederung gibt es noch ein Schräubchen:
Links auf der Seite über den Anschlüssen gibt es unter der Belederung eine weitere Schraube:
Sind diese sechs Schräubchen gelöst, kann man vorsichtig die Rückseite abziehen. Die Belederung auf der rechten Seite klebt dabei oben etwas am restlichen Gehäuse. Die Rückseite ist mit zwei Folienleiterbahnen auf der Platine verbunden. Zum lösen der Leiterbahnen muss man auf der Platine den oberen Teil der Leiste anheben, dann wird kann die Folie ohne Kraftaufwand abgenommen werden.
So sieht der hochgeklappte Anschluss aus:
Das Gehäuse ist nun von der Rückseite getrennt und wird nicht benötigt. Also bis zum Ende auf die Seite legen.
Das Innenleben der Rückseite sieht so aus. Dabei ist zu erkennen, dass das Display mit 4 Schräubchen an der Rückseite gehalten wird.
Löst man die vier Schräubchen, kann man das Display vorsichtig entfernen. Ich habe die Rückwand herumgedreht und das Display in die hohle Hand fallen lassen. Das Display ist noch von einer Abschirmung umgeben, diese kann sich evtl. am Display verkanten. Also vorsichtig sein.
Dann kann man die defekte Scheibe von innen rausdrücken. Die Scheibe ist mit einem schwarzen Klebezeug von aussen in das Rückteil geklebt. Wenn man am Eck mit etwas Druck anfängt, löst sich die Scheibe. Ich hatte leider kein neues Klebeband, weil ich nicht wusste, dass die Scheibe geklebt ist. So musste ich vorsichtig die Scheibe vom Klebeband trennen. Das ging überraschenderweise auch sehr gut. Mit einer Pinzette habe ich das Klebeband wieder reingedrückt.
An der alten Scheibe sind kleine Reste geblieben. Puh.
Der Zusammenbau war dann recht einfach. Bei der neuen Scheibe die innere Folie abziehen und in die Rückwand einpassen. Mit etwas Druck hat das auch gleich gut funktioniert. Display einlegen und festschrauben. Dabei habe ich mit dem Staubsauger auf sehr kleiner Stufe den Staub gleich weggesaugt. Dann die beiden Leiterfolien in die Anschlüsse einführen und zusammendrücken. Rückdeckel aufsetzen und festschrauben. Hier der Test ob alles wieder funktioniert: wunderbar und die Staubeinschlüsse halten sich in Grenzen.
Die Scheibe habe ich bei einer Canon-Vertragswerkstatt bestellt. Dabei hatte eine Werkstatt das Glas nicht vorrätig und forderte knapp 26 Euro plus MWST plus Versand plus Nachnahme. Eine weitere Canon-Vertragswerkstatt hatte das Teil vorrätig und verschickte das Glas für knapp 11 Euro plus MWST plus 7.50 Euro Versand plus Nachnahme. Geliefert innerhalb von 7 Tagen. Die Kosten lagen schliesslich bei knapp 24 Euro.
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